Beitrag zur Pflege von Menschen mit Herzinsuffizienz

Petra Schäfer-Keller, ordentliche Professorin FH, und ihr Team führen mehrere Forschungsprojekte rund um Menschen mit Herzinsuffizienz durch. Ein Gespräch mit ihr an der Hochschule für Gesundheit Freiburg (HfG FR).
An welchen Themen arbeitet Ihr Team, und wie ist es zusammengesetzt?
Unser Team setzt sich aus Fachpersonen mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Kompetenzen in der angewandten Forschung zusammen. Dazu zählen mehrere Pflegefachfrauen und ein Pflegefachmann sowie ein Sozialanthropologe. Im Zentrum unserer Forschung steht die Frage, wie komplexe Pflegeinterventionen zur Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz beitragen können. Besonders interessieren wir uns für die Entwicklung und Evaluation von Interventionen, die Betroffene und ihre Angehörigen dabei unterstützen, mit den Herausforderungen dieser chronischen Erkrankung umzugehen. Zu unserem Team gehören ordentliche und Assistenzprofessorinnen FH, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und ein Doktorand in Pflegewissenschaften.
An welchen Forschungsprojekten arbeiten Sie?
Unsere Forschungsprojekte sind im Forschungsprogramm CINACARD verankert, das darauf abzielt, komplexe Pflegeinterventionen für Erwachsene mit Herzinsuffizienz zu entwickeln und zu evaluieren. Aktuell arbeiten wir an drei Projekten: HEALTH EXPERIENCE, REFINE und FRAGIC. HEALTH EXPERIENCE untersucht, wie Menschen mit Herzinsuffizienz und ihre Angehörigen Symptomverschlechterungen erleben und welchen Einfluss diese Erfahrungsberichte auf andere Betroffene haben. Derzeit führen wir Gespräche mit Studienteilnehmenden, um zu erfahren, welche Symptome zu ihrer eigenen Hospitalisierung oder zu jener eines nahestehenden Menschen geführt haben. REFINE konzentriert sich auf den Einsatz eines formellen Konsensverfahrens, um eine neue, mehrteilige Intervention für die pflegerische Nachsorge und Begleitung von Menschen mit Herzinsuffizienz weiterzuentwickeln. FRAGIC schliesslich hat zum Ziel, eine komplexe Pflegeintervention zu entwickeln, die auf die multidimensionale Fragilität von Menschen mit Herzinsuffizienz ausgerichtet ist, und deren Machbarkeit zu prüfen.
Wie trägt Ihre Arbeit zur Weiterentwicklung Ihres Berufs bei?
Mit unseren aktuellen Forschungsprojekten tragen wir zur Entwicklung neuer Erkenntnisse bei. Darüber hinaus engagieren wir uns aktiv in der Verbreitung unserer Studienergebnisse, sei es durch Präsentationen an Fachkongressen oder durch Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften. So fördern wir den Wissensaustausch innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft sowie mit Gesundheitsfachpersonen.
Welche Beziehungen pflegen Sie zur Praxis und zu Ihren Partnerinstitutionen?
Die enge Zusammenarbeit mit der Praxis ist für die erfolgreiche Umsetzung unserer Forschungsprojekte zentral. Unser wichtigster Partner ist das Freiburger Spital (HFR), vor allem die Abteilungen für Kardiologie und Innere Medizin. Darüber hinaus arbeiten wir mit Expertinnen und Experten zusammen, die auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene an unseren Forschungsprojekten mitwirken.
Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen?
Besonders am Herzen liegt uns die Durchführung wissenschaftlich fundierter, anwendungsorientierter Forschung, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, ihre Gesundheit und Lebensqualität verbessert und bestehende Wissenslücken schliesst.