Ein echter Mehrwert in der Ausbildung

Seit 2015 ist Dr. Elise Wattendorff im Studiengang Osteopathie tätig und für die Lehre der Anatomie verantwortlich. Im Interview berichtet die assoziierte Professorin FH über ihre vielfältigen Aufgaben.
An welchen Themen arbeitet Ihr Team, und wie ist es zusammengesetzt?
Unser Team verantwortet die theoretische und praktische Lehre der Anatomie. Wir unterrichten sowohl an der Hochschule für Gesundheit Freiburg (HfG FR) als auch am Institut für Anatomie der Universität Freiburg (Unifr), wo ich ebenfalls tätig bin. Das Team setzt sich aus mehreren externen Dozierenden zusammen, darunter Dr. Hans Hoppeler und Dr. Nicholas Marcer. Im Jahr 2025 stiess Dr. Alexei Larionov zu uns, er unterrichtet Anatomie in der französischsprachigen Kohorte. Zudem erhalten wir wertvolle Unterstützung von Dr. Anne Prévot, assoziierte Professorin FH, vor allem bei der Erstellung und Durchführung der Prüfungen.
Welche Aufgaben und Tätigkeiten übernehmen Sie?
Meine Tätigkeiten umfassen zwei Hauptbereiche. Zum einen unterrichte ich sowohl an der HfG FR als auch an der Unifr. Zum anderen stelle ich die Verbindung zwischen den beiden Institutionen her. Ich bin insbesondere für den Einsatz von Tutorinnen und Tutoren zuständig, die Medizin oder Osteopathie studieren. Ausserdem engagiere ich mich dafür, dass Masterstudierende der Osteopathie an Aktivitäten der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg teilnehmen können. So haben wir zum Beispiel mehreren Studierenden ermöglicht, ihre Masterarbeit an einer Universitätsklinik in Deutschland durchzuführen. Mit demselben Ziel arbeiten wir auch mit dem Institut für Physiologie der Universität Freiburg zusammen.
Wie trägt Ihre Arbeit zur Weiterentwicklung Ihres Berufs bei?
Durch meine Tätigkeiten ermögliche ich der Lehre und Forschung in der Osteopathie den Zugang zu einem medizinischen Umfeld. Ich wirke als Bindeglied zwischen den beiden Disziplinen. Im Rahmen der Osteopathieausbildung leite ich Sezierkurse, die einzigartig sind und einen echten Mehrwert für die Ausbildung bringen. Darüber hinaus fördert die engere Verbindung der beiden Fachbereiche den Austausch zwischen Professorinnen und Professoren sowie Tutorinnen und Tutoren mit unterschiedlichem Bildungshintergrund. Gewisse Konzepte werden in beiden Disziplinen unterschiedlich ausgedrückt, daher sind diese Interaktionen entscheidend für ihr Verständnis.
Welche Aufgaben und Herausforderungen stellt Ihre Arbeit an Sie?
Da ich selbst keine Osteopathin bin, stütze ich mich auf das Wissen, das mir meine Kolleginnen und Kollegen sowie die Tutorinnen und Tutoren des Studiengangs Osteopathie vermitteln. Eine weitere Herausforderung ergab sich mit der Eröffnung der französischsprachigen Kohorte. Wir müssen nun die Lehrinhalte, die im zweisprachigen Studiengang auf Deutsch vermittelt werden, und die neuen auf Französisch angebotenen Kurse aufeinander abstimmen. Diese Kohärenz aufrechtzuerhalten erfordert einen hohen Koordinationsaufwand und stellt eine grosse Herausforderung dar.
Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Berufs?
Ich hoffe und glaube, dass wir im Studiengang Osteopathie weiterhin Sezierkurse als festen Bestandteil des Curriculums anbieten können. Wir sind die Ersten, die dies umsetzen, und ich wünsche mir, dass dies trotz begrenzter Ressourcen, insbesondere an den Instituten für Anatomie, auch künftig möglich bleibt. Die Anatomie bildet die Grundlage sowohl der Medizin als auch der Osteopathie. Sie verändert sich kaum und hat eine grosse Zukunft. Zudem ist es sinnvoll, die beiden Disziplinen rund um dieses Fach enger miteinander zu verbinden.
Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen?
Neben meiner Lehrtätigkeit bin ich auch in der Forschung tätig. Besonders am Herzen liegt mir, meine Forschung zu den neuronalen Schaltkreisen, die dem Lachen zugrunde liegen, stärker in der osteopathischen Forschung zu verankern, zum Beispiel im Rahmen von Masterarbeiten oder eines Doktorats im Bereich der Osteopathie.