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Grundlagen der Osteopathie vermitteln

Marcel-paturel Heds FR — Rapport d'activité 2025

Das Team «Osteopathische Prinzipien und Grundlagen» deckt einen wichtigen Teil der grundlegenden Ausbildung von Osteopathinnen und Osteopathen ab. Ein Gespräch mit Marcel Paturel, assoziierter Professor FH an der Hochschule für Gesundheit Freiburg (HfG FR) und Leiter dieses Teams.

An welchen Themen arbeitet Ihr Team, und wie ist es zusammengesetzt?

Unser Team vermittelt osteopathische Prinzipien und Grundlagen in den Bereichen Semiologie, Differenzialdiagnose, Verzerrungen (Bias), motivierende Gesprächsführung sowie in theoretischen und klinischen Kursen zur neurologischen Untersuchung. Auf theoretischer Ebene vermitteln wir den Studierenden einen Teil der unerlässlichen Kenntnisse zur Erfüllung der gesetzlichen und fachlichen Anforderungen an die Berufsausübung in der Osteopathie. Auf praktischer und klinischer Ebene arbeiten wir mit kurzen Fallbeispielen, mit dem didaktischen Format «Flipped Classroom» sowie mit den Grundlagen der osteopathischen Praxis, um die Studierenden zu befähigen, das erworbene Wissen konkret und fachgerecht anzuwenden. Unser Team umfasst 17 Personen, darunter Mitglieder des Personals in Lehre und Forschung (PLF) der HfG FR und zahlreiche externe Dozierende.

Welche Aufgaben und Tätigkeiten übernehmen Sie?

Der noch junge Studiengang Osteopathie stützt sich auf den 2023/2024 geschaffenen Akademischen Ausschuss (AA), um die Lehre zu vereinheitlichen, Inhalte zu straffen und Redundanzen abzubauen. Diese Reorganisation hat zum Ziel, Unterrichtszeit freizusetzen, um neue klinische Instrumente zu integrieren, die für die Fachkräfte von morgen erforderlich sind, und um die Ausbildung stärker auf eine simulierte sowie reale intra- und interprofessionelle klinische Praxis auszurichten.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Weiterentwicklung Ihres Berufs bei?

Die Osteopathie versteht sich als Teil der Erstversorgung und folgt einem hypothetisch-deduktiven Modell innerhalb des biopsychosozialen Bezugsrahmens der Patientinnen und Patienten. Um diesem integrativen Ansatz gerecht zu werden, haben wir in didaktische Instrumente investiert, die das Verständnis und die klinische Anwendung dieses Modells fördern. Auch wenn dieses Modell für die Studierenden anspruchsvoll ist, da es Wissen, Können und Haltung zugleich erfordert, stellt es eine wesentliche Grundlage für die zukünftige Berufsausübung dar.

Welche Aufgaben und Herausforderungen stellt Ihre Arbeit an Sie?

In den letzten Jahren hat sich die Gesundheitsversorgung hin zu einem personenzentrierten Modell entwickelt, was eine Veränderung beruflicher Praktiken und Überzeugungen erfordert. Wir begleiten unsere Teams, die überwiegend aus externen Dozierenden bestehen, bei der Umsetzung neuer Ansätze. Der damit verbundene Wandel verlangt Zeit, Ausdauer und kollektives Engagement, um die entsprechenden Kompetenzen nachhaltig in der Berufspraxis zu verankern und dieses Modell schrittweise in die Lehre zu integrieren.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Berufs?

Die Osteopathie ist seit 2018 im Gesundheitsberufegesetz (GesBG) geregelt und muss verstärkt mit anderen Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitssystems zusammenarbeiten. Es ist wichtig, dass jede Fachperson im Gesundheitswesen die Rolle der Osteopathin oder des Osteopathen im Versorgungsnetz kennt. Unsere Lehre bezieht diese interprofessionelle Dimension ein, um eine bessere Koordination und eine umfassende Patientenversorgung zu fördern.

Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen?

Als Lehr- und Forschungspersonal ist es uns wichtig, die Studierenden auf dem Weg zu einer soliden, wirksamen und ethischen klinischen Praxis zu begleiten. Wir achten darauf, dass sie aktuelle Modelle anwenden, die auf die zukünftigen Herausforderungen des Gesundheitssystems ausgerichtet sind, und zugleich die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten berücksichtigen und die gemeinsame Entscheidungsfindung fördern. Darüber hinaus legen wir ein besonderes Augenmerk auf die persönliche Weiterentwicklung der Studierenden, auf die Stärkung ihres Selbstvertrauens und auf die Akzeptanz einer begründeten Unsicherheit bei klinischen Entscheidungen. Ziel dabei ist es, das Stressniveau im Studium und in der späteren beruflichen Tätigkeit zu reduzieren.