Krebsforschung

An der Hochschule für Gesundheit Freiburg (HfG FR) legt die assoziierte Professorin FH Marika Bana in ihrer Forschung den Schwerpunkt auf die Betreuung und Begleitung von Menschen mit Krebs. Ein Gespräch mit ihr.
An welchen Themen arbeitet Ihr Team, und wie ist es zusammengesetzt?
In unserer Forschungsgruppe beschäftigen wir uns mit Fragen rund um das Leben mit und nach Krebs. Im Vordergrund stehen dabei die Unterstützung beim Selbstmanagement von Krankheitsfolgen und die Begleitung während des «Survivorships» – also von der Diagnose bis zum Lebensende. Ein besonderer Fokus liegt auf jenen Momenten, in denen sich Betroffene nicht mehr begleitet fühlen und Gefahr laufen, durch die Maschen unseres Gesundheitssystems zu fallen.
An welchen Forschungsprojekten arbeiten Sie?
Zu den aktuell laufenden Forschungsprojekten zählen der «Cancer Survivorship Survey – Fribourg» (CSS-Fri) und die Studie ACASEM («Access to cancer self-management support with the Symptom Navi website»). Seit 2016 begleite ich das Entwicklungsprojekt «Symptom Navi». Für dieses führen wir die Website, aktualisieren die evidenzbasierten Empfehlungen zum Selbstmanagement bei Krebs und schulen Pflegeteams in der ganzen Schweiz in der Durchführung von Edukationsgesprächen zur Förderung des Selbstmanagements. Darüber hinaus unterrichte ich an der HfG FR im Bachelorstudium, insbesondere zu Forschungsthemen und der evidenzbasierten Pflege. Zudem betreue ich Bachelorarbeiten und bin verantwortlich für das Modul «Bachelorarbeit» in der zweisprachigen Ausbildung.
Wie trägt Ihre Arbeit zur Weiterentwicklung Ihres Berufs bei?
Ich unterrichte auch an anderen Fachhochschulen und an höheren Fachschulen. So bin ich zum Beispiel in St. Gallen im Rahmen der Höheren Fachprüfung Onkologiepflege tätig, wo ich zu Themen wie Prävention, Genetik, Selbstwirksamkeit, Selbstmanagement und «Journal Club» unterrichte. Zudem wirke ich an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur im MAS Onkologiepflege mit. Bei dieser Tätigkeit liegt der Schwerpunkt auf der Selbstmanagement-Förderung. Darüber hinaus bin ich Mitglied im Vorstand der Krebsliga Schweiz und vertrete die Akademische Fachgesellschaft Onkologiepflege bei Oncosuisse.
Welche Beziehungen pflegen Sie zur Praxis und zu Ihren Partnerinstitutionen?
Während insgesamt sechs Jahren habe ich am Freiburger Spital HFR im onkologischen Ambulatorium Pflegekonsultationen im Umgang mit Symptomen durchgeführt – im Rahmen der Praxis-Akademie-Partnerschaft CINA-CANCER. Auch das Forschungsprojekt CSS-Fri wurde in Zusammenarbeit mit dem HFR durchgeführt. Über das Symptom-Navi-Programm habe ich Pflegefachpersonen in der Romandie und in der Deutschschweiz an diversen Spitälern und onkologischen Arztpraxen geschult. Zudem arbeite ich eng mit der Onkologiepflege Schweiz zusammen, um die Onkologiepflege weiter zu professionalisieren und zu stärken. Gemeinsam mit anderen onkologischen Fachgesellschaften bei Oncosuisse unterstütze ich die Entwicklung des Nationalen Krebsplans, der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegeben wurde. In diesem Rahmen war ich an der Erarbeitung der Konsensusempfehlungen für Cancer Survivorship Care beteiligt, die in den Nationalen Krebsplan einfliessen werden.
Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen?
Besonders am Herzen liegen mir die Verbesserung der pflegerischen Begleitung von Krebsbetroffenen, die Professionalisierung der Onkologiepflege in enger Zusammenarbeit mit der Praxis sowie die Unterstützung von jungen Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Masterarbeit (Pflege und Osteopathie) und bei PhD-Projekten (aktuell eine Physiotherapeutin an der ZHAW).