Vielfältige Aufgaben im Studiengang Osteopathie

David Bonjour ist zugleich pädagogischer Berater, Studienberater und assoziierter Professor FH im Studiengang Osteopathie der Hochschule für Gesundheit Freiburg (HfG FR). Im Interview spricht er über seine vielfältigen Aufgaben.
An welchen Themen arbeitet Ihr Team, und wie ist es zusammengesetzt?
Ich bin für die Lehre der Palpationsanatomie verantwortlich und werde dabei von Fanny Andrey sowie von Juliette Meier und Marine Caviglioli unterstützt, die beide den Masterstudiengang in Freiburg abgeschlossen haben. Der Unterricht in Palpationsanatomie findet im ersten Studienjahr statt und ergänzt die praktischen Fächer des Bachelorstudiums, etwa die funktionelle und die strukturelle Osteopathie. Im ersten Semester stehen die tastbaren Strukturen am Becken, an der Lendenwirbelsäule und an der unteren Extremität im Fokus, im zweiten Semester jene an der Hals- und Brustwirbelsäule sowie an der oberen Extremität. Parallel dazu besuchen die Studierenden Sezierkurse. Diese helfen ihnen, anatomische Strukturen gezielt zu erkennen und ihre palpatorischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, was wichtig ist, denn die Palpation ist ein zentrales Instrument der osteopathischen Diagnostik. Darüber hinaus verantworte ich die Module zur viszeralen und zur kranialen Osteopathie. Diese beiden Bereiche sind historisch etwas vom Unterricht zu den übrigen osteopathischen Techniken getrennt, sowohl aus anatomischer als auch aus konzeptueller Sicht. Die Herausforderung bestand darin, sie stärker in die Lehre der praktischen und diagnostischen Fächer an der HfG FR zu integrieren. Anne Balmer Worms, Dozentin FH, unterrichtet die viszerale Osteopathie und wird dabei von Yaël Gottschalk, Carole Grandjean-Perrenoud-Contesse und Sébastien Jordan unterstützt, die alle den Studiengang an der HfG FR absolviert haben. Die kraniale Osteopathie übernimmt Marco Gabutti, assistiert von Marie Matthey. Marco Gabutti stammt aus Frankreich und bringt eine neue Perspektive in die Vermittlung der Osteopathie im kranialen Bereich ein.
Welche Aufgaben und Tätigkeiten übernehmen Sie?
Im Rahmen der Palpationsanatomie erwerben die Studierenden die grundlegenden palpatorischen Fähigkeiten, die sie beim Erlernen der funktionellen und strukturellen Osteopathie unterstützen. Diese beiden Fächer begleiten die Studierenden während der gesamten Ausbildung: im Bachelor beim Erwerb diagnostischer und technischer Kompetenzen und im Master bei deren Vertiefung und Verknüpfung im Rahmen des didaktischen Formats «Flipped Classroom», bei dem die Bearbeitung klinischer Fälle im Zentrum steht. Der Unterricht in viszeraler und kranialer Osteopathie beginnt ab dem zweiten Jahr des Bachelorstudiums und wird in den beiden Masterjahren fortgeführt. In diesen Kursen liegt der Schwerpunkt im Bachelor auf den diagnostischen und technischen Elementen der viszeralen und kranialen Osteopathie, während im Master deren Integration in eine klinische Perspektive im Vordergrund steht.
Wie trägt Ihre Arbeit zur Weiterentwicklung Ihres Berufs bei?
Als pädagogischer Berater unterstütze ich Anne Prévot, assoziierte Professorin FH, und Jean-Baptiste Pellissier, assoziierter Professor FH, bei der Weiterentwicklung der Lehre innerhalb des Studiengangs. Unser Hauptziel ist es, die Zusammenarbeit aller Dozierenden weiter zu stärken, um im Bachelor ein kohärentes Ausbildungsprogramm zu gewährleisten, Überschneidungen zwischen den einzelnen Lehrveranstaltungen zu vermeiden und die Studierenden zu einer evidenzbasierten klinischen Praxis (EBP) zu befähigen. Zudem bin ich für die Lehrveranstaltungsevaluation durch die Studierenden (LVE) verantwortlich, die eine systematische Qualitätskontrolle über das gesamte Curriculum hinweg ermöglicht.
Welche Aufgaben und Herausforderungen stellt Ihre Arbeit an Sie?
Durch die kürzlich erfolgte Erweiterung des Studiengangs wächst die Zahl der Studierenden und Dozierenden stetig. Die pädagogische Beratung muss eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Mitgliedern des Lehrkörpers gewährleisten, um den Austausch zwischen ihnen zu fördern und die Weiterentwicklung der osteopathischen Lehre in der Schweiz zu stärken. Zudem erfordert meine Tätigkeit als Studienberater, während des gesamten Ausbildungsprozesses für alle Studierenden verfügbar zu sein und sie aufmerksam zu begleiten.
Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Berufs?
Ich sehe die Zukunft unseres Berufs sehr positiv. Der Bedarf an qualifizierten Osteopathinnen und Osteopathen wächst kontinuierlich. Seit der Einführung des Studiengangs in Freiburg ist die Ausbildung besser strukturiert und der Beruf stärker in das Schweizer Gesundheitssystem eingebunden. Ausserdem werden die ersten Masterabsolventinnen und -absolventen als Assistentinnen und Assistenten in den Lehrkörper aufgenommen. Dies ermöglicht eine kohärente Nachwuchsförderung und trägt zur Stabilisierung der praktischen und diagnostischen Kompetenzen bei, die in der Osteopathieausbildung in der Schweiz vermittelt werden.
Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen?
Ich unterrichte sehr gerne und freue mich, diese Tätigkeit hier in Freiburg in einem besonders angenehmen Arbeitsumfeld weiterhin ausüben zu können.