Sich im Bereich frühkindlicher Fütterstörungen spezialisieren

Gesundheitsfachpersonen sehen sich zunehmend mit komplexen klinischen Situationen im Zusammenhang mit frühkindlichen Fütterstörungen konfrontiert und äussern einen wachsenden Bedarf an vertieften fachlichen Kompetenzen in diesem Bereich. Vor diesem Hintergrund hat die Hochschule für Gesundheit Freiburg (HfG FR) den Lehrgang «CAS HES-SO en Troubles alimentaires pédiatriques (TAP)» entwickelt. Der derzeit ausschliesslich auf Französisch angebotene Zertifikatslehrgang ist Teil des Weiterbildungsangebots der HfG FR im Bereich Kindheit.
Der CAS-Lehrgang besteht aus zwei Modulen. Den Grundstein bildet das 2024 eingeführte Modul «Troubles de l’oralité de l’enfant». Ein zweites Modul, das sich mit den Besonderheiten und Herausforderungen der Thematik beschäftigt, kam 2025 hinzu. Zusammen bilden die beiden Module den CAS-Lehrgang, der sich an Gesundheitsfachpersonen aus verschiedenen Disziplinen richtet. Ziel ist es, die Teilnehmenden für eine koordinierte, familienzentrierte Betreuung und Begleitung von Betroffenen auszubilden.
Das Modul 1 kann auch unabhängig von Modul 2 besucht werden. Es vermittelt das notwendige Wissen, um erste Anzeichen für Fütterstörungen zu erkennen und die Entwicklung der oralen Nahrungsaufnahme zu verstehen. Zudem bietet es Instrumente für die frühzeitige Einschätzung, die Begleitung von Überempfindlichkeiten sowie für ein sensorisches und ernährungsbezogenes Verständnis. Ergänzend vermittelt es die Grundlagen einer therapeutischen Kommunikation mit den Familien.
«Der Schwerpunkt liegt auf der interprofessionellen Zusammenarbeit und auf der Entwicklung von Kompetenzen in der Gesundheitsförderung, um eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern zu ermöglichen.»
Angélique Pasquier, Lehrgangsleiterin
Im Modul 2 beschäftigen sich die Teilnehmenden mit komplexen Situationen, die den Einbezug spezialisierter Fachpersonen erfordern. Sie stärken ihr klinisches Denken (Clinical Reasoning) und entwickeln interdisziplinäre therapeutische Ansätze, die auf evidenzbasierten Erkenntnissen beruhen. Die aktiven und erfahrungsbasierten Lernformate fördern den direkten Transfer der erworbenen Kompetenzen in die berufliche Praxis.
Die bisherige Bilanz ist sehr positiv: 21 Teilnehmende absolvierten 2024 das Modul 1, 15 weitere im Jahr 2025. Von diesen werden 22 im Jahr 2026 ihre Spezialisierung mit Modul 2 fortsetzen. Dieser Erfolg bestätigt das Interesse an mehrstufigen, praxisnahen Weiterbildungen, die die Entwicklung interdisziplinärer klinischer Expertise fördern und so die Betreuung und Begleitung von Kindern und ihrer Familie unterstützen.