Menschen mit Demenz betreuen und begleiten: ein berufliches und menschliches Engagement

Am 27. März 2025 präsentierte Dr. Stephanie Kipfer, Assistenzprofessorin FH, anlässlich des vom Institut für angewandte Gesundheitsforschung der Hochschule für Gesundheit Freiburg (HfG FR) organisierten «Carrefour Forschung & Praxis» die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit. Im Gespräch blickt sie auf ihre Dissertation mit dem Titel «Exploring the quality of relationships between people living with dementia and their family caregivers as part of an evaluation of a psycho-educational intervention» zurück, die sie im November 2024 am CHUV verteidigt hat.
Die Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz fasziniert mich seit meinem Pflegestudium. Deshalb steht dieses Thema seither im Mittelpunkt meiner beruflichen Tätigkeit und meiner Forschungsarbeit. Von Menschen mit Demenz können wir viel lernen: im Moment leben, anders denken und gewohnte Denkmuster hinterfragen. In ihrer Betreuung und Begleitung suche ich stets nach neuen und kreativen Ansätzen, um den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen und ihrer Angehörigen gerecht zu werden.
Eine Demenzerkrankung wirkt sich auch auf das Umfeld aus. Oft übernehmen Angehörige die Betreuung zu Hause und leisten damit einen wichtigen Beitrag – sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft als Ganzes. Die Betreuung und Begleitung einer Person mit Demenz kann jedoch eine grosse Herausforderung für Angehörige sein. Deshalb brauchen sie Unterstützung, Know-how und spezifische Kompetenzen, um diese Aufgabe langfristig wahrnehmen zu können und dabei gleichzeitig ihre eigene Gesundheit zu schützen.
Meine Doktorarbeit konzentriert sich auf die Beziehung zwischen pflegenden Angehörigen und der von ihnen betreuten Person mit Demenz. Diese Beziehung verändert sich im Verlauf der Krankheit und spielt eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden beider Seiten. Deshalb habe ich untersucht, inwiefern eine gezielte Intervention pflegende Angehörige dabei unterstützen kann, trotz der demenzbedingten Veränderungen eine gute Beziehung zur betreuten Person aufrechtzuerhalten und zu pflegen.
Durch diese Arbeit konnte ich einerseits besser verstehen, wie positive Interaktionen zwischen pflegenden Angehörigen und Menschen mit Demenz gefördert werden können. Andererseits habe ich vertieftes Wissen über die Faktoren erworben, die den Lernprozess von pflegenden Angehörigen vorantreiben oder bremsen. Dieses Wissen hilft mir heute, Interventionen zu entwickeln, die besser auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind, und Familien dabei zu unterstützen, gemeinsam wertvolle Momente zu erleben.
Mit meiner Doktorarbeit möchte ich pflegenden Angehörigen helfen, eine gute Beziehung zur betreuten Person aufrechtzuerhalten. Dabei ist es mir wichtig, sie in ihrer Rolle zu stärken und so das Wohlbefinden aller Beteiligten zu fördern.